Abonnieren

Deutsche Börse Aktie: Portrait, Kurs und Geschäftsmodell

Startseite Deutsche Börse Aktie: Portrait, Kurs und Geschäftsmodell
Halle eines Börsengebäudes mit gebogener Wand aus Kursanzeigen
Aktie im Porträt

Deutsche Börse Aktie: Portrait, Kurs und Geschäftsmodell

Die Deutsche Börse handelt nicht mit Aktien – sie betreibt den Marktplatz, auf dem andere handeln. Das Unternehmen verdient an jeder Transaktion, unabhängig davon, ob Kurse steigen oder fallen.

Unternehmensprofil

UnternehmenDeutsche Börse AG
WKN581005
ISINDE0005810055
TickersymbolDB1
BörseXetra, Frankfurt
IndexDAX 40
DAX-RangPlatz 12 von 40 nach Börsenwert
BrancheBörsenbetrieb, Finanzinfrastruktur
SitzFrankfurt am Main, Deutschland
Gegründet1993

Kursverlauf

Das Geschäftsmodell

Der Konzern betreibt Xetra für den Aktienhandel und die Eurex für Termingeschäfte. Dazu kommt Clearstream, die Verwahrstelle, in der Wertpapiere für Banken und Depotkunden liegen – auch die aus deutschen Wertpapierdepots.

SegmentWas dahinterstehtErtragsart
Trading und ClearingXetra, Eurex, EEX für StromGebühren je Transaktion
Fund ServicesAbwicklung von Fondsanteilenvolumenabhängig
Securities ServicesVerwahrung über ClearstreamBestandsgebühren und Zinsen
Investment Management SolutionsSoftware und AnalysedatenAbonnements

Der Konzern gibt auch die DAX-Indizes heraus. Jeder ETF, der einen dieser Indizes abbildet, zahlt dafür Lizenzgebühren – ein Geschäft, das mit dem Wachstum der Indexfonds automatisch mitwächst.

Warum Volatilität hilft

Für die meisten Unternehmen sind unruhige Märkte ein Risiko. Für einen Börsenbetreiber sind sie ein Geschäft: Je mehr gehandelt wird, desto mehr Gebühren fallen an.

Das macht die Aktie zu einem ungewöhnlichen Baustein. In Krisenphasen, wenn Handelsvolumen und Absicherungsbedarf steigen, entwickelt sie sich oft besser als der Gesamtmarkt.

Hinzu kommt ein Zinseffekt: Clearstream verwahrt Kundengelder und erhält darauf Zinsen. Steigende Leitzinsen erhöhen diese Erträge unmittelbar – Hintergründe im Beitrag zum Leitzins.

Was den Kurs bewegt

Volatilität. Unruhige Märkte bedeuten mehr Handelsvolumen und damit mehr Gebühren. Die Deutsche Börse profitiert von Turbulenzen – der Zusammenhang mit dem VIX ist offensichtlich.

Handelsvolumen. Die wichtigste operative Kennzahl, monatlich veröffentlicht.

Zinsniveau. Höhere Zinsen erhöhen die Erträge aus den verwahrten Kundengeldern unmittelbar.

Regulierung. Als Betreiber kritischer Finanzinfrastruktur steht der Konzern unter besonderer Aufsicht. Vorgaben zum Clearing können Geschäftsfelder öffnen oder schließen.

Zukäufe. Der Konzern wächst seit Jahren durch Übernahmen im Daten- und Softwaregeschäft, was die Abhängigkeit vom Handelsvolumen verringert.

Gewichtung im DAX

Die Deutsche Börse gehört zu den größeren DAX-Werten, der Streubesitz ist hoch. Eine Besonderheit: Das Unternehmen berechnet den Index, in dem es selbst notiert ist.

Dividende

Die Deutsche Börse zahlt seit Jahren eine steigende Dividende und ergänzt sie durch Aktienrückkäufe. Das Geschäft wirft verlässlich Zahlungsmittel ab, weil es wenig Kapital bindet.

Mehr zur Einordnung von Ausschüttungen steht im Beitrag zur Dividende.

Termine

AnlassRhythmus
Hauptversammlungjährlich, meist zwischen Februar und Juli
Dividendenzahlungeinmal jährlich, meist drei Bankarbeitstage nach der Hauptversammlung
Quartalszahlenvier Berichte je Geschäftsjahr
Ex-Tagder erste Handelstag nach der Hauptversammlung

Die genauen Daten veröffentlicht das Unternehmen im Finanzkalender auf seiner Investor-Relations-Seite, meist ein Jahr im Voraus. Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen und warum der Kurs am Ex-Tag fällt, steht im Dividendenkalender.

Wettbewerber

UnternehmenLandBereichISIN
EuronextNiederlandeBörsen in mehreren LändernNL0006294274
London Stock Exchange GroupGroßbritannienHandel und MarktdatenGB00B0SWJX34
CME GroupUSATerminbörseUS12572Q1058
Intercontinental ExchangeUSABörsen und Daten–
SIXSchweizSchweizer Börse–
Nasdaq Inc.USA–US6311031081

Der Wettbewerb läuft weniger um einzelne Handelsplätze als um ganze Infrastrukturen. Die London Stock Exchange Group hat sich durch den Kauf von Refinitiv stark auf Datengeschäft verlagert, CME dominiert den US-Terminhandel.

Fazit

Die Deutsche Börse ist ein Infrastrukturbetreiber mit mautähnlichem Geschäftsmodell: Wer handeln oder verwahren will, zahlt eine Gebühr.

Aus Sicht der Marktteilnehmer ist das eine der wenigen Aktien, die in Krisen operativ profitieren. Fallende Kurse bedeuten für dieses Unternehmen zunächst mehr Umsatz, nicht weniger.

Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait. Grundlagen zur Geldanlage stehen unter Finanzwissen.

Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.