Slippage bezeichnet den Unterschied zwischen dem Kurs, zu dem ein Trader eine Order ausführen wollte, und dem Kurs, zu dem sie tatsächlich ausgeführt wurde. Sie tritt vor allem bei Market-Orders und Stop-Orders auf und kann bei häufigem Handel einen erheblichen Teil der Rendite kosten.
Ein Beispiel
Ein Trader sieht eine Aktie bei 50,00 Euro und gibt eine Kauforder ohne Limit für 1.000 Stück auf. Bis die Order an der Börse ankommt, ist das günstigste Angebot nur noch für 300 Stück verfügbar, der Rest wird zu 50,05 und 50,10 Euro ausgeführt. Der Durchschnittspreis liegt bei 50,06 Euro. Die Slippage beträgt 6 Cent je Aktie oder 60 Euro für die gesamte Order.
Ursachen für Slippage
- Geringe Liquidität: Wenige Angebote im Orderbuch bedeuten, dass größere Orders mehrere Preisstufen abräumen.
- Hohe Volatilität: Bei schnellen Kursbewegungen ändert sich der Preis zwischen Ordereingabe und Ausführung.
- Nachrichten und Daten: Bei Veröffentlichungen wie den US-Arbeitsmarktdaten verschwinden Angebote kurzzeitig aus dem Markt.
- Kurslücken: Öffnet ein Markt deutlich über oder unter dem Vortagesschluss, werden Stop-Orders zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt.
- Ordergröße: Je größer die Order im Verhältnis zum Angebot, desto größer die Slippage.
Positive und negative Slippage
Slippage muss nicht immer schaden. Bewegt sich der Kurs zwischen Ordereingabe und Ausführung zugunsten des Traders, entsteht positive Slippage, die Order wird also zu einem besseren Preis ausgeführt. In schnellen Märkten überwiegt jedoch meist die negative Variante.
So lässt sich Slippage begrenzen
- Limit-Orders verwenden: Eine Limit-Order wird nur zum festgelegten Preis oder besser ausgeführt. Der Nachteil: Sie wird möglicherweise gar nicht ausgeführt.
- Liquide Zeiten wählen: Zu Handelsbeginn und während der Hauptzeiten sind die Spannen meist am engsten.
- Nachrichten meiden: Wenige Minuten vor und nach wichtigen Daten sind Orders besonders teuer.
- Große Orders aufteilen: Mehrere kleinere Orders räumen weniger Preisstufen ab.
- Liquide Werte handeln: Große Aktien und Index-Futures haben tiefere Orderbücher als Nebenwerte.
Warum Slippage für Trader so wichtig ist
Beim Scalping und Day-Trading sind die Gewinne pro Trade klein. Eine Slippage von wenigen Cent kann den Unterschied zwischen einer profitablen und einer verlustreichen Strategie ausmachen. Wer Strategien testet, sollte deshalb realistische Slippage einrechnen, statt mit idealen Kursen zu arbeiten.
Fazit
Slippage ist ein unsichtbarer Kostenfaktor, der bei jeder Order ohne Limit anfällt. Mit Limit-Orders, liquiden Werten und dem Meiden von Nachrichtenzeiten lässt sie sich deutlich verringern.
Fragen und Antworten
Was bedeutet Slippage beim Trading?
Die Differenz zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Ausführungskurs einer Order.
Wann tritt Slippage auf?
Vor allem bei Market- und Stop-Orders in schnellen oder wenig liquiden Märkten und bei wichtigen Nachrichten.
Kann man Slippage vermeiden?
Mit Limit-Orders lässt sie sich vermeiden, dafür riskiert man, dass die Order nicht ausgeführt wird.
Gibt es positive Slippage?
Ja, wenn die Order zu einem besseren Preis als erwartet ausgeführt wird.
Quellen
- U.S. Securities and Exchange Commission, Types of Orders – investor.gov
- Deutsche Börse, Xetra Handelsmodell – xetra.com
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung. Stand: Oktober 2026.