Helsing ist das wertvollste Start-up Deutschlands. Das Münchner Unternehmen, 2021 gegründet, entwickelt KI-Software für das Schlachtfeld und baut Kampfdrohnen, die in der Ukraine eingesetzt werden. Viele Anleger fragen, wann sie Helsing-Aktien kaufen können. Die kurze Antwort: vorerst nicht.
Das Wichtigste in Kürze
| Unternehmen | Helsing |
| Sitz | München |
| Gegründet | 2021 |
| Gründer | Gundbert Scherf, Torsten Reil, Niklas Köhler |
| Mitarbeiter | rund 900 |
| Letzte Bewertung | 18 Mrd. US-Dollar, Juli 2026 |
| Börsengang | nicht angekündigt |
| Aktien derzeit kaufbar | nein |
Was Helsing macht
Ursprünglich wollte Helsing Software entwickeln, die Daten von Drohnen, Radar, Satelliten und Kameras zu einem Lagebild zusammenführt. Inzwischen baut das Unternehmen auch eigene Hardware.
| Produkt | Beschreibung |
|---|---|
| Altra | Software für das Gefechtsfeld, führt Sensordaten zusammen |
| HX-2 | Kampfdrohne, in der Ukraine im Einsatz, navigiert auch ohne GPS |
| CA-1 Europa | unbemanntes Kampfflugzeug, vorgestellt 2025 |
| Unterwassersysteme | autonome Überwachung unter Wasser |
Die Bundeswehr hat im Februar 2026 Drohnen bei Helsing bestellt. Der Haushaltsausschuss genehmigte einen ersten Auftrag, der über sieben Jahre auf bis zu 1,46 Milliarden Euro anwachsen kann.
Die Bewertung
| Zeitpunkt | Bewertung |
|---|---|
| Juli 2024 | rund 5 Mrd. Euro |
| Juni 2025 | rund 12 Mrd. Euro |
| Juli 2026 | 18 Mrd. US-Dollar, rund 16 Mrd. Euro |
Im Juli 2026 schloss Helsing eine Finanzierungsrunde über 1,8 Milliarden Dollar ab – nach Unternehmensangaben die größte, die ein europäisches Rüstungs-Start-up je eingeworben hat. Die Nachfrage überstieg das Angebot deutlich. Beteiligt waren unter anderem Goldman Sachs, JPMorgan, der kanadische Pensionsfonds CPP Investments und die Investmentgesellschaft Dragoneer.
Die Vorgängerrunde hatte 2025 Spotify-Gründer Daniel Ek angeführt, der heute gemeinsam mit dem früheren Airbus-Chef Tom Enders den Verwaltungsrat leitet.
Kommt ein Börsengang?
Helsing hat keinen Börsengang angekündigt. Nach einer so großen Finanzierungsrunde besteht auch kein Kapitalbedarf, der einen Gang an die Börse erzwingen würde. Bei Start-ups dieser Größe sind Börsengänge üblicherweise erst mehrere Jahre nach der letzten großen privaten Runde ein Thema.
Eine bemerkenswerte Spannung: Helsing wirbt mit europäischer Souveränität und betont, mehrheitlich in europäischer Hand zu sein. Die jüngste Runde wurde aber maßgeblich von amerikanischen Investoren getragen. Bei einem Börsengang könnte die Frage der Eigentümerstruktur politisch heikel werden.
Kann man schon jetzt investieren?
Nein. Helsing-Anteile werden nur an große institutionelle Investoren vergeben. Angebote, die Privatanlegern „Vorbörsen-Aktien“ von Helsing versprechen, sollten mit großer Vorsicht betrachtet werden – ob sie seriös sind, lässt sich über die Datenbank der BaFin prüfen.
Chancen und Risiken
| Chancen | Risiken |
|---|---|
| führende Position bei KI in der Verteidigung | Bewertung hat sich binnen zwei Jahren mehr als verdreifacht |
| Aufträge der Bundeswehr | Kritik an Leistung und Preis früherer Drohnen |
| sehr finanzstarke Investoren | Warnungen vor einer Blase bei Drohnenherstellern |
| breites Produktportfolio | politische Fragen zur Eigentümerstruktur |
Selbst Rheinmetall-Chef Armin Papperger warnte vor einer Blase unter Drohnenentwicklern. Das ist aus dem Mund eines Konkurrenten zu lesen, zeigt aber, wie kontrovers die Bewertungen der Branche sind.
Fazit
Helsing ist das Aushängeschild der neuen europäischen Rüstungsindustrie. Für Privatanleger bleibt das Unternehmen vorerst unerreichbar.
Aus Sicht der Marktteilnehmer lohnt ein Blick auf die Parallelen: Quantum Systems und Stark stehen vor denselben Fragen. Wie es einem Rüstungswert nach dem Börsengang ergehen kann, zeigt das Beispiel CSG.
Weitere Börsengänge im Überblick
Grundlagen: Börsengang: Wie ein IPO abläuft · Die größten Börsengänge der letzten 30 Jahre
Bereits an der Börse: SpaceX · CSG · TKMS · Klarna · Asta Energy · Gabler
Geplant, verschoben oder abgesagt: KNDS · OpenAI · Anthropic · Brainlab · Stada
Noch nicht an der Börse: Helsing · Quantum Systems · Stark Defence · Neura Robotics
Stand: 21. September 2026. Angaben nach Unternehmensmitteilungen und Medienberichten, ohne Gewähr. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Aktien und Beteiligungen sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.