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Anthropic-Börsengang: Was über den geplanten IPO des Claude-Entwicklers bekannt ist

von user

Anthropic, das Unternehmen hinter dem KI-Modell Claude, bereitet einen der größten Börsengänge der Geschichte vor. Die Unterlagen liegen der US-Börsenaufsicht vor, die Bewertung hat die von OpenAI überholt. Ein fester Termin steht aber noch nicht fest.

Transparenzhinweis: Bei der Erstellung dieses Beitrags wurde das KI-Modell Claude von Anthropic eingesetzt. Der Beitrag wurde redaktionell geprüft und folgt denselben Maßstäben wie alle Unternehmensbeiträge auf fne.de.

Das Wichtigste in Kürze

UnternehmenAnthropic
Gegründet2021
Bekanntestes ProduktKI-Modell Claude
Börsenunterlagenam 1. Juni 2026 vertraulich bei der SEC eingereicht
Letzte Bewertung965 Mrd. US-Dollar, Mai 2026
Geplante BörseNasdaq, laut Berichten
Terminnicht bestätigt, berichtet wurde zunächst Oktober 2026
Aktien derzeit kaufbarnein

Wie weit der Börsengang ist

Anthropic reichte am 1. Juni 2026 vertraulich einen Börsenprospekt bei der SEC ein – drei Tage nach Abschluss seiner bis dahin größten Finanzierungsrunde. Berichte nannten zunächst Oktober 2026 als Zeitfenster. Später meldeten Medien, der Börsengang könne sich verschieben. Einen offiziellen Termin, ein Börsenkürzel oder einen Ausgabepreis gibt es nicht.

Als begleitende Banken werden Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan genannt. Laut Bloomberg rechnet Anthropic mit einem Emissionsvolumen von mindestens 75 Milliarden Dollar – das wäre in der Größenordnung des Rekordbörsengangs von SpaceX.

Die Bewertung

Mit der Finanzierungsrunde im Mai 2026 erreichte Anthropic eine Bewertung von 965 Milliarden Dollar und lag damit erstmals vor OpenAI. Auf einem Handelsplatz für Kryptoderivate, auf dem Wetten auf den künftigen Börsenwert gehandelt werden, wurde Anthropic im September zeitweise mit über zwei Billionen Dollar bewertet. Solche Preise sind allerdings wenig aussagekräftig: Das Handelsvolumen dort ist gering, und der öffentliche Prospekt fehlt noch.

Umsatz und Verluste

Der Umsatz ist in sehr kurzer Zeit stark gestiegen. Im zweiten Quartal 2026 lag er laut Bloomberg vorläufig bei über 11,5 Milliarden Dollar, nach 787 Millionen im Vorjahresquartal.

Dem stehen hohe Kosten gegenüber: Für 2025 weisen Unterlagen, die Bloomberg vorliegen, einen Verlust von knapp 42 Milliarden Dollar aus, nach 8,3 Milliarden im Jahr zuvor. Der Grund sind vor allem die Ausgaben für Rechenzentren und das Training neuer Modelle.

KennzahlAngabe laut Berichten
Umsatz 2. Quartal 2026über 11,5 Mrd. US-Dollar
Umsatz 2. Quartal 2025787 Mio. US-Dollar
Verlust 2025knapp 42 Mrd. US-Dollar
Verlust 20248,3 Mrd. US-Dollar

Besonderheiten

Verkaufsregeln für Mitarbeiter. Nach Berichten sollen alle Beschäftigten ihre Aktien nach dem Börsengang nur nach festen Zeitplänen verkaufen dürfen – eine Regel, die sonst meist nur für Top-Manager gilt. Das soll einen Abverkauf nach der Erstnotiz verhindern.

Große Technologiekonzerne als Aktionäre. Zu den Investoren zählen Amazon und Alphabet, die Muttergesellschaft von Google.

Konflikt mit der US-Regierung. Laut Berichten liegt Anthropic in einem Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium, das das Unternehmen als Lieferkettenrisiko eingestuft hatte. Das ist ein Risiko, das im Prospekt ausführlich behandelt werden dürfte.

Kann man schon jetzt investieren?

Direkt nicht. Indirekt beteiligt sind vor allem Amazon und Alphabet, für die Anthropic allerdings nur einen kleinen Teil des Gesamtwerts ausmacht.

Von Derivaten oder Zertifikaten, die den künftigen Börsenwert abbilden sollen, ist Privatanlegern eher abzuraten. Sie sind teuer, schwer verständlich und nicht mit echten Aktien vergleichbar. Anbieter lassen sich über die BaFin prüfen.

Chancen und Risiken

ChancenRisiken
sehr schnelles Umsatzwachstumsehr hohe Verluste
starke Stellung bei Unternehmenskundenaußergewöhnlich hohe Bewertung
finanzstarke GroßaktionäreRechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium
Regeln gegen frühen Abverkauf durch Mitarbeiterharter Wettbewerb mit OpenAI und Google

Fazit

Der Börsengang von Anthropic dürfte zu den größten der Geschichte gehören. Wie beim Konkurrenten OpenAI stehen einem rasanten Wachstum hohe Verluste und eine Bewertung gegenüber, die sehr viel Zukunft vorwegnimmt.

Aus Sicht der Marktteilnehmer ist der öffentliche Prospekt der entscheidende nächste Schritt. Erst dann lassen sich Umsatz, Kosten und Risiken verlässlich beurteilen. Wie Rekordbörsengänge in der Vergangenheit verlaufen sind, zeigt der Beitrag zu den größten Börsengängen.

Weitere Börsengänge im Überblick

Grundlagen: Börsengang: Wie ein IPO abläuft · Die größten Börsengänge der letzten 30 Jahre

Bereits an der Börse: SpaceX · CSG · TKMS · Klarna · Asta Energy · Gabler

Geplant, verschoben oder abgesagt: KNDS · OpenAI · Anthropic · Brainlab · Stada

Noch nicht an der Börse: Helsing · Quantum Systems · Stark Defence · Neura Robotics

Stand: 21. September 2026. Angaben nach Unternehmensmitteilungen und Medienberichten, ohne Gewähr. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Aktien und Beteiligungen sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.

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