Eine Put-Option ist ein Vertrag, der dem Käufer das Recht gibt, einen Basiswert wie eine Aktie bis zu oder an einem bestimmten Termin zu einem vorher festgelegten Preis zu verkaufen. Für dieses Recht zahlt der Käufer eine Prämie. Put-Optionen gewinnen an Wert, wenn der Kurs des Basiswerts fällt. Sie dienen deshalb zur Absicherung und zur Spekulation auf fallende Kurse.
Die wichtigsten Begriffe
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Basiswert | die Aktie, der Index oder Rohstoff, auf den sich die Option bezieht |
| Strike (Basispreis) | der Preis, zu dem verkauft werden darf |
| Verfallstag | der letzte Tag, an dem die Option gilt |
| Prämie | der Preis, den der Käufer für die Option bezahlt |
| Kontraktgröße | meist 100 Aktien je Option |
Ein Beispiel
Eine Aktie notiert bei 100 Euro. Ein Anleger kauft eine Put-Option mit Strike 95 Euro und drei Monaten Laufzeit für eine Prämie von 3 Euro je Aktie.
- Kurs fällt auf 80 Euro: Der Anleger darf zu 95 Euro verkaufen. Der Wert der Option beträgt 15 Euro, abzüglich der Prämie bleibt ein Gewinn von 12 Euro je Aktie.
- Kurs bleibt bei 100 Euro: Das Verkaufsrecht zu 95 Euro ist wertlos. Der Verlust beträgt die gezahlte Prämie von 3 Euro.
- Gewinnschwelle: Strike minus Prämie, also 92 Euro. Erst darunter macht der Käufer Gewinn.
Der maximale Verlust des Käufers ist auf die Prämie begrenzt. Der maximale Gewinn ist erreicht, wenn der Kurs auf null fällt.
Put-Optionen zur Absicherung
Besonders verbreitet ist der sogenannte Protective Put. Wer eine Aktie besitzt und sich gegen einen Kurseinbruch absichern will, kauft dazu eine Put-Option. Fällt die Aktie, gleicht der Gewinn der Option den Verlust aus, unterhalb des Strikes ist das Depot praktisch abgesichert. Die Prämie wirkt wie eine Versicherungsprämie: Steigt die Aktie, ist sie verloren.
Der Verkauf einer Put-Option
Auf der anderen Seite steht der Verkäufer, auch Stillhalter genannt. Er erhält die Prämie und verpflichtet sich, die Aktie zum Strike zu kaufen, falls der Käufer sein Recht ausübt. Das lohnt sich, wenn der Kurs stabil bleibt oder steigt. Fällt der Kurs stark, drohen hohe Verluste. Viele Broker verlangen für den Verkauf von Optionen deshalb eine Sicherheitsleistung und eine besondere Freischaltung.
Was den Preis einer Put-Option bestimmt
- Abstand zwischen aktuellem Kurs und Strike
- Restlaufzeit: Je länger, desto teurer
- Erwartete Schwankung (Volatilität): In unruhigen Märkten, wenn etwa der VIX steigt, werden Puts teurer
- Zinsen und erwartete Dividenden
Wo man Put-Optionen handelt
In Deutschland werden Optionen vor allem an der Terminbörse Eurex gehandelt, in den USA an Börsen wie der Cboe. Privatanleger brauchen dafür einen Broker mit Optionshandel. Wie der Handel praktisch abläuft, erklärt unser Ratgeber Optionen handeln. Eine Alternative für kleinere Beträge sind Put-Optionsscheine, die über normale Wertpapierbörsen gehandelt werden.
Fazit
Put-Optionen sind ein flexibles Werkzeug, um Depots gegen Kursverluste zu schützen oder auf fallende Kurse zu setzen. Für Käufer ist das Risiko auf die Prämie begrenzt, für Verkäufer kann es erheblich sein. Wer einsteigt, sollte die Funktionsweise und die Preisfaktoren gut verstehen.
Fragen und Antworten
Was ist eine Put-Option einfach erklärt?
Das Recht, eine Aktie zu einem festen Preis zu verkaufen. Fällt der Kurs darunter, gewinnt die Option an Wert.
Wie viel kann ich mit einem Put verlieren?
Als Käufer höchstens die gezahlte Prämie. Als Verkäufer kann der Verlust deutlich höher ausfallen.
Was ist der Unterschied zwischen Put und Call?
Ein Put gibt das Recht zu verkaufen und profitiert von fallenden Kursen, ein Call gibt das Recht zu kaufen und profitiert von steigenden Kursen.
Was ist ein Protective Put?
Der Kauf einer Put-Option auf eine Aktie, die man bereits besitzt, um sich gegen Kursverluste abzusichern.
Quellen
- Eurex, Aktienoptionen – eurex.com
- Options Industry Council – optionseducation.org
- BaFin, Wertpapiere und Derivate – bafin.de
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung. Stand: Oktober 2026.