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OpenAI-Börsengang: Wann die ChatGPT-Aktie kommt und was sie wert sein könnte

von user

Der Börsengang von OpenAI ist einer der meisterwarteten der Geschichte. Das Unternehmen hinter ChatGPT hat die Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht bereits vertraulich eingereicht – doch der Termin ist offen. Was bekannt ist und was Anleger wissen sollten.

Das Wichtigste in Kürze

UnternehmenOpenAI
Bekanntestes ProduktChatGPT
VorstandschefSam Altman
FinanzchefinSarah Friar
Letzte Bewertungrund 850 Mrd. US-Dollar, März 2026
Börsenunterlagenvertraulich bei der SEC eingereicht
Terminoffen, Berichte nennen zuletzt 2027
Aktien derzeit kaufbarnein

Wie weit der Börsengang ist

OpenAI hat im Juni 2026 vertraulich einen Börsenprospekt bei der SEC eingereicht. Als begleitende Banken werden Goldman Sachs und Morgan Stanley genannt. Ein Termin steht nicht fest.

Ende Juni berichtete die New York Times, OpenAI tendiere zu einem Börsengang erst 2027. Firmenchef Sam Altman soll seine Berater gedrängt haben, einen Weg zu einer Bewertung von einer Billion Dollar zu finden. Das Unternehmen selbst betont, sich auf keinen Termin festgelegt zu haben.

Eine rechtliche Hürde ist inzwischen genommen: Im Mai 2026 wies eine Jury die Klage von Elon Musk gegen OpenAI ab. Musk kündigte Berufung an.

Die Bewertung

Innerhalb von drei Jahren stieg die Bewertung von rund 27 Milliarden Dollar im Jahr 2023 auf rund 850 Milliarden im März 2026. Für den Börsengang wird über eine Billion Dollar spekuliert. OpenAI wäre damit auf Anhieb eines der zwölf wertvollsten Unternehmen der Welt.

Zum Umsatz: Im Frühjahr 2026 lag die hochgerechnete Jahresrate bei rund 24 Milliarden Dollar. ChatGPT hatte nach Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens mehr als 900 Millionen wöchentliche Nutzer, davon rund 50 Millionen zahlende.

Eine Einordnung: Bei einer Bewertung von einer Billion Dollar und rund 24 Milliarden Umsatz läge das Verhältnis von Wert zu Umsatz bei etwa 40. Selbst für schnell wachsende Technologieunternehmen ist das außergewöhnlich hoch – zumal OpenAI wegen der enormen Kosten für Rechenzentren bislang Verluste schreibt. Mehr zur Bewertung von Aktien im Beitrag zum KGV.

Die besondere Struktur

OpenAI ist kein gewöhnliches Unternehmen. Es wurde als gemeinnützige Organisation gegründet und später umgebaut: Die Geschäftstätigkeit liegt heute in einer Gesellschaft mit Gemeinwohlauftrag, kontrolliert von einer gemeinnützigen Muttergesellschaft. Diese Konstruktion macht den Börsengang komplizierter als bei einem normalen Konzern – und wirft die Frage auf, wie viel Einfluss künftige Aktionäre haben werden.

Privatanleger sollen zum Zug kommen

Finanzchefin Sarah Friar hat angekündigt, Privatanleger beim Börsengang aktiv einbeziehen zu wollen. Das ist ungewöhnlich: Bei begehrten Emissionen gehen die meisten Aktien üblicherweise an große Fonds. Wer zeichnen möchte, sollte trotzdem wissen, dass hohe Nachfrage meist zu hohen Ausgabepreisen führt – warum das Zeichnen oft wenig lohnt, erklärt der Beitrag zum Börsengang.

Kann man schon jetzt investieren?

Direkt nicht. Indirekt ist vor allem Microsoft beteiligt, der wichtigste Geldgeber von OpenAI. Auch Chiphersteller wie Nvidia profitieren vom Rechenbedarf. Für beide ist OpenAI aber nur ein Teil des Geschäfts.

Vorsicht bei Angeboten, die „vorbörsliche OpenAI-Aktien“ versprechen. Solche Produkte sind meist Derivate oder Fondsbeteiligungen mit hohen Kosten und Risiken, gelegentlich auch unseriös. Anbieter lassen sich über die Datenbank der BaFin prüfen.

Chancen und Risiken

ChancenRisiken
bekannteste KI-Marke der Weltextrem hohe Bewertung im Verhältnis zum Umsatz
sehr schnelles Umsatzwachstumhohe Verluste durch Rechenzentrumskosten
riesige Nutzerbasisscharfer Wettbewerb, etwa durch Anthropic und Google
Einbindung von Privatanlegern angekündigtkomplizierte Struktur mit gemeinnütziger Mutter

Fazit

Der Börsengang von OpenAI wird ein Gradmesser für die gesamte KI-Branche. Wie hoch die Bewertung am Ende ausfällt, entscheidet mit darüber, ob der KI-Boom an der Börse weiterläuft oder sich abkühlt.

Aus Sicht der Marktteilnehmer lohnt der Vergleich mit SpaceX: Auch dort folgte auf einen Rekordbörsengang zunächst ein Kurssturz unter den Ausgabepreis. Einen Überblick über frühere Rekorde gibt der Beitrag zu den größten Börsengängen.

Weitere Börsengänge im Überblick

Grundlagen: Börsengang: Wie ein IPO abläuft · Die größten Börsengänge der letzten 30 Jahre

Bereits an der Börse: SpaceX · CSG · TKMS · Klarna · Asta Energy · Gabler

Geplant, verschoben oder abgesagt: KNDS · OpenAI · Anthropic · Brainlab · Stada

Noch nicht an der Börse: Helsing · Quantum Systems · Stark Defence · Neura Robotics

Stand: 21. September 2026. Angaben nach Unternehmensmitteilungen und Medienberichten, ohne Gewähr. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Aktien und Beteiligungen sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.

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