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MSCI Emerging Markets: Der Schwellenländer-Index und was wirklich drinsteckt

von FNE-Redaktion

Der MSCI Emerging Markets ist der Schwellenländer-Index schlechthin. Während der MSCI World ausschließlich Industrieländer enthält, deckt er rund zwei Dutzend Länder ab, die als Schwellenländer gelten – von China über Indien bis Brasilien.

Alle Indizes mit Kursseite und Hintergrund: Aktienindizes im Überblick.

Das Wichtigste in Kürze

Land🌍 Schwellenländer weltweit
AnbieterMSCI
Gestartet1988, damals mit zehn Ländern
Unternehmenüber 1.200
Länderrund 24
Abdeckungetwa 85 Prozent des Börsenwerts der erfassten Märkte
Gewichtungnach Streubesitz-Marktkapitalisierung

Welche Länder enthalten sind

Die Zusammensetzung überrascht viele Anleger: Der Index ist weit weniger breit gestreut, als der Name vermuten lässt. Vier Länder machen zusammen den überwiegenden Teil aus.

LandAnteil (Größenordnung)Typische Branchen
Chinarund ein Viertel bis ein DrittelInternet, Banken, Konsum
Indienrund ein FünftelFinanzen, IT-Dienste
Taiwanrund ein FünftelHalbleiter
Südkorearund ein ZehntelElektronik, Autos, Schwerindustrie
Brasilien, Saudi-Arabien, Mexiko, Südafrika und weiterezusammen der RestRohstoffe, Banken, Konsum

Taiwan und Südkorea gelten in anderen Indexsystemen längst als Industrieländer – MSCI führt sie weiter als Schwellenländer. Wer den Index kauft, kauft damit vor allem asiatische Technologie und chinesische Konzerne, nicht gleichmäßig verteilte Weltregionen.

Die Sektoren im MSCI Emerging Markets

Sektor (englisch)Deutsche BezeichnungTypische UnternehmenBedeutung
Information TechnologyInformationstechnologieHalbleiterhersteller aus Taiwan und Koreagrößter Sektor
FinancialsFinanzwesenBanken aus Indien, China, Brasiliensehr hoch
Consumer DiscretionaryZyklischer KonsumOnlinehändler, Autoherstellerhoch
Communication ServicesKommunikationsdiensteInternetkonzerne, Mobilfunkhoch
Materials und EnergyGrundstoffe und EnergieBergbau, Öl, Stahlmittel
IndustrialsIndustrieMaschinenbau, Werften, Infrastrukturmittel
Consumer StaplesBasiskonsumLebensmittel, Getränkegering
Health Care, Utilities, Real EstateGesundheit, Versorger, Immobilienregional unterschiedlichgering

Wie MSCI Länder einstuft

Ob ein Land als Industrie-, Schwellen- oder Grenzmarkt gilt, entscheidet MSCI nach festen Kriterien: wirtschaftliche Entwicklung, Größe und Liquidität des Aktienmarkts sowie Zugänglichkeit für ausländische Investoren.

EinstufungBeispieleMerkmal
Developed MarketsUSA, Deutschland, Japanhohe Marktstandards, freier Kapitalverkehr
Emerging MarketsChina, Indien, Brasilienentwickelte Märkte mit Einschränkungen
Frontier MarketsVietnam, Kenia, Rumänienklein, wenig liquide, schwer zugänglich

Hochstufungen bewegen Kurse erheblich, weil ETFs anschließend Aktien kaufen müssen. Umgekehrt führt eine Herabstufung zu Zwangsverkäufen. Die Einstufung Südkoreas und Taiwans wird seit Jahren diskutiert – beide erfüllen viele Kriterien von Industrieländern, bleiben aber im Schwellenländerindex.

Chancen und Risiken

Bewertung. Schwellenländeraktien sind gemessen am Gewinn deutlich günstiger als US-Aktien. Das spiegelt höhere Risiken, bietet aber Aufholpotenzial.

Politik. Staatliche Eingriffe, Kapitalverkehrskontrollen und Enteignungsrisiken gehören zum Bild. Russland wurde 2022 binnen Tagen aus dem Index entfernt – die Aktien waren für ausländische Anleger praktisch wertlos.

Währungen. Zwei Dutzend Währungen bewegen sich unterschiedlich zum Euro. In Krisen werten viele davon gleichzeitig ab.

Schwankungen. Der Index schwankt deutlich stärker als Industrieländerindizes, mehr dazu unter Volatilität.

Wie Anleger ihn einsetzen

Viele Depots kombinieren MSCI World und Emerging Markets, häufig im Verhältnis von etwa 70 zu 30. Damit entsteht eine Abdeckung, die der weltweiten Wirtschaftsleistung näherkommt als ein reiner Industrieländerindex.

Eine Alternative ist der MSCI ACWI, der beide Gruppen in einem Produkt vereint und die Gewichtung automatisch anpasst. Welche Variante passt, hängt davon ab, ob man das Verhältnis selbst steuern möchte – Grundlagen im Beitrag zum ETF-Sparplan.

Fragen und Antworten

Wie viele Länder sind enthalten?

Rund 24. Die Liste ändert sich, wenn MSCI Länder hoch- oder herabstuft.

Ist China zu stark gewichtet?

Das ist Ansichtssache. Wer den chinesischen Anteil senken möchte, findet ETFs auf den MSCI Emerging Markets ex China.

Fazit

Der MSCI Emerging Markets ist der Standardzugang zu Schwellenländern – konzentrierter auf Asien, als viele erwarten, dafür günstig bewertet.

Aus Sicht der Marktteilnehmer ist er eine sinnvolle Ergänzung zum MSCI World, aber kein Ersatz. Wer ihn beimischt, sollte politische Risiken und Währungsschwankungen einkalkulieren.

Alle Aktienindizes im Überblick

IndexRegionWerteSchwerpunkt
DAX 40🇩🇪 Deutschland40Leitindex, Performanceindex
MDAX🇩🇪 Deutschland50mittelgroße Werte unter dem DAX
SDAX🇩🇪 Deutschland70kleinere Werte
TecDAX🇩🇪 Deutschland30Technologiewerte
Euro Stoxx 50🇪🇺 Eurozone50Leitindex der Eurozone
Stoxx Europe 600🇪🇺 Europa600breitester europäischer Index
CAC 40🇫🇷 Frankreich40Luxus, Energie, Industrie
SMI🇨🇭 Schweiz20Pharma und Konsum, defensiv
ATX🇦🇹 Österreich20Banken und Energie
IBEX 35🇪🇸 Spanien35Banken mit Lateinamerika-Geschäft
FTSE 100🇬🇧 Großbritannien100international ausgerichtete Konzerne
S&P 500🇺🇸 USA500wichtigster Maßstab weltweit
Dow Jones🇺🇸 USA30preisgewichtet, ältester Index
Nasdaq 100🇺🇸 USA100Technologie, ohne Finanzwerte
Nasdaq Composite🇺🇸 USArund 3.500alle Nasdaq-Werte
Russell 2000🇺🇸 USA2.000Nebenwerte, Binnenkonjunktur
Nikkei 225🇯🇵 Japan225preisgewichtet
Hang Seng🇭🇰 Hongkongrund 80Zugang zu chinesischen Werten
KOSPI🇰🇷 Südkoreaalle Werte der BörseTechnologie und Industrie
Nifty 50🇮🇳 Indien50Leitindex Indiens
MSCI World🌍 Industrieländerrund 1.400Standard für globale Depots
MSCI Emerging Markets ← diese Seite🌍 Schwellenländerrund 1.200Ergänzung zum MSCI World
VIX🇺🇸 USA—Volatilitätsindex, kein Aktienindex

Stand: September 2026. Angaben zu Indexregeln und Zusammensetzung ohne Gewähr. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar.

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